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Wie wird Impotenz festgestellt?

Untersuchungen und Diagnostik der erektilen Dysfunktion

diagnosePotenzstörungen oder Erektionsprobleme sind für keinen Mann erstrebenswert. Ob aus organischen oder psychischen Gründen, eine erektile Dysfunktion führt immer zu einem seelichen Druck, in dem sich Versagensängste ebenso schnell aufbauen wie Depressionen. Das Krankheitsbild der erektilen Dysfunktion zu diagnostizieren, ist nicht immer auf die Schnelle getan und auch nicht immer sofort eindeutig. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlicher Natur. Zum Einen können die Symptome von anderen Erkrankungen die eigentlichen Symptome einer Potenzstörung überdecken. Zum Anderen ist es bei der Diagnose einer erektilen Dysfunktion nicht immer leicht, die eigentliche Ursache herauszufinden und eine dem entsprechende Behandlung durchzuführen.

Um sicher zu sein, aus welchem Grund die Potenzstörung aufgetreten ist, sind unter Umständen vielfältige Untersuchungen nötig.

Im Gegenzug können Potenzprobleme ein Hinweis auf andere innere Erkrankungen sein, die vielleicht noch gar nicht festgestellt wurden. In diesem Zusammenhang könnte man die erektile Dysfunktion auch als „Frühwarnsystem“ bezeichnen.

Untersuchungen zur Feststellung von Potenzstörungen

Zu Beginn einer Untersuchung im Hinblick auf eine Potenzstörung steht eine sogenannte Anamnese. Dies ist eine ausführliche Befragung zu früheren Erkrankungen, Lebensweise und Medikamenteneinnahme. Aber auch nach ganz persönlichen Dingen wird gefragt, wie zum Beispiel der individuellen Libido, der Häufigkeit von Geschlechtsverkehr oder aber, ob es vor der potenzstörung vielleicht schon einmal Porbleme bei der Ejakulation oder beim Masturbieren gab. Die persönlichen Lebensumstände des Betroffenen werden in diesem ersten Gespräch ebenso abgefragt, denn auch sie können die Ursache für eine Potenzstörung sein.

Danach folgt die klinische Untersuchung. Diese besteht aus mehreren Punkten. So wird das Volumen der Hoden ebenso beurteilt wie die Ausprägung der sekundären Geschlechtsmerkmale. Weiterhin werden nach Veränderungen der Prostata oder im Bereich der Schwellkörper nach verhärteten Bindegewebssträngen Ausschau gehalten. Um eventuelle Störungen im Hormonhaushalt des Betroffenen erkennen zu können, wird der Arzt die Größe der Brustdrüsen untersuchen. Die Werte des Blutdrucks sowie der Bein- und Beckenpulse kommen abschließend mit in die Liste der Untersuchungsergebnisse. Beim Erstellen des Blutbildes werden die Werte der Hormone Testosteron und Prolaktin ebenso gemessen wie Blutfette, Schildrüsenhormone, Cholesterin, Glukose, Kreatinin und das prostataspezifische Antigen.

Aus all diesen Untersuchungen und in Zusammenhang mit der individuellen Krankenvorgeschichte kann der Arzt erste Rückschlüsse auf die Ursachen der Potenzstörung ziehen. An dieser Stelle der Diagnostik kann der Mediziner also schon in den meisten Fällen sagen, ob die erektile Dysfunktion organische oder psychische Ursachen hat. Um diese Ursachen noch näher einzugrenzen, sind weitere spezifischere Untersuchungen notwendig, bei denen Internisten oft sehr eng mit Urologen oder auch Psychologen sowie Neurologen zusammenarbeiten.

Spezifische Untersuchungsmethoden zur Feststellung von Potenzstörungen

Nicht immer sind alle spezifischen Untersuchungsmethoden notwendig, um die erektile Dysfunktion und ihre Ursachen genau zu diagnostizieren. Der Arzt entscheidet je nach Lage der Dinge, welche zusätzliche Untersuchungsmethode angewandt wird, um die erektile Dysfunktion ganz genau zu diagnostizieren. Auch bei diesen gesonderten Untersuchungsmethoden werden oft andere Spezialisten hinzu gezogen und in die Diagnostik mit einbezogen.

Mit Hilfe der Penis-Doppler-Sonografie kann der Zu- und Abfluss des Blutes im Penis gemessen werden. Meist wird dies zu Beginn einer künstlich herbeigeführten Erektion gemessen, da zu diesem Zeitpunkt das Einströmen des Blutes in die Schwellkörper besser untersucht werden kann. Die Ergebnisse dieser Untersuchung geben Aufschluss darüber, ob der Grund für die Potenzstörung in gefäßbedingten Urachen zu suchen ist.

Bei der Nokturnen penilen Tumeszenz-Messung, kurz NTP wird die bei jedem Mann unwillkürlich auftretende Erektion während des Tiefschlafes gemessen. In mehreren Nächten hintereinander werden die Erektionsdauer und die Penissteife mithilfe eines Messgerätes gemessen. Diese Messergebnisse helfen dabei, die Ursachen organisch oder psychologisch einzuordnen.

Die Funktionsfähigkeit der Schwellkörper wird mit dem Schwellkörper-Injektionstest (SKIT) untersucht. Diese Methode dient also sowohl der Untersuchung im Rahmen der Diagnostik bei einer erektilen Dysfunktion als auch zu einem späteren Zeitpunkt als Behandlungsmethode. Dann nämlich, wenn durch die direkte Injektion in den Schwellkörper eine Erektion entsteht und auch bestehen bleibt, kann man davon ausgehen, dass es sich bei den Ursachen für die Potenzstörung nicht um eine gefäßbedingte Erektionsstörung handelt. Weiterhin kann der SKIT auch dazu dienen, die passende Dosis der entsprechenden Substanzen zu finden, um die erektile Dysfunktion zu behandeln.

In einigen Fällen von Potenzstörungen wird mithilfe von Röntgenkontrastmitteln die Blutversorgung in den Schwellkörpern getestet. Diese Methoden nennen sich Arterielle Angiografie, Kavernosometrie und Kavernosografie. Dafür wird zunächst medikamentös eine Erektion ausgelöst. Danach wird in die Schwellkörper ein Kontrastmittel injiziert, welches mithilfe der Röntgenstrahlen dann den Blutabfluss sichtbar macht. So ist beispielsweise ein krankhaft gesteigerter Abfluss des Blutes gestgestellt werden.

Die beiden Methoden Urethrozystometrie und Urethrozystografie dienen dazu, Anomalien und krankhafte Veränderungen im Bereich der Harnblase und Harnröhre festzustellen und zu untersuchen.

Neurologische Untersuchungen ermöglichen unter anderem das Auffinden von Störungen im Nervensystem des Betroffenen. Mit einem Elektromyogramm zum Beispiel werden die Aktionsströme in den Muskeln oder auch in den Nervensträngen der Schwellkörper aufgezeichnet. Derartige Untersuchungen sind vor allem für Diabetiker von großer Bedeutung.

Ein Spezialist der Sexualmedizin führt Psychologische Untersuchungen durch, um eventuelle Ursachen der Potenzstörung im psychogenen Bereich zu finden und anschließend auch behandeln zu können.

Fazit

Mit vielfältigen Untersuchungen und in Zusammenarbeit mit Spezialisten wird die Ursache der erektilen Dysfunktion herausgefunden. Mit Wissen um alle Faktoren, die zur Potenzstörung geführt haben, wird der behandelnde Arzt eine entsprechende Behandlung der erektilen Dysfunktion beginnen.