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Potenzprobleme sind behandelbar

Behandlungsmethoden der erektilen Dysfunktion

Die Behandlung einer erektilen Dysfunktion ist immer abhängig von den festgestellten Ursachen. Dabei können die Behandlungsansätze medikamentös, mechanisch, operativ oder auch psychologisch sein. In einzelnen Fällen können auch unterschiedliche Therapieansätze sinnvoll sein. Zum Beispiel wenn die Ursachen für eine Potenzstörung aus verschiedenen Bereichen stammen oder durch mehrere Faktoren beeinflusst werden, ist es durchaus üblich beispielsweise mit Medikamenten wie Viagra, Cialis oder Levitra die Erektionsprobleme in den Griff zu bekommen und gleichzeitig eine Psychotherapie begleitend durchzuführen.

Auch wird der Arzt nach seiner Diagnose vor Behandlungsbeginn Vorerkrankungen, persönliche Lebensumstände und eventuelle Unverträglichkeiten berücksichtigen.

Zu den Behandlungsmethoden gehören unter anderem die medikamentöse Therapie, die Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT), die Anwendung von Vakuumpumpen, operative Verfahren, die Psychotherapie sowie die Transurethrale Applikation von vasoaktiven Substanzen, kurz MUSE.

Die Behandlung mit Medikamenten

Die am häufigsten eingesetzten Medikamente zur Behandlung erektiler Dysfunktion sind die sogenannten PDE-5-Hemmer. Mit diesen Medikamenten werden die glatten Muskelzellen in den Schwellkörpern entspannt, so dass eine Erektion durch eine verbesserte Blutzufuhr wieder leichter und länger möglich ist. Diese Medikamente werden in Tablettenform verabreicht und sind auch als Viagra, Cialis und Levitra bekannt. Die enthaltenen Wirkstoffe Sildanafil, Tadalafil und Vardenafil besitzen alle ein gleiches Wirkprinzip. Leichte Unterschiede gibt es bei diesen drei PDE-5-Hemmern in der Zeit bis zur Wirkung und in der Effienz. Auch die Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Gesichtsrötungen, Kopf- und Magenschmerzen oder Sehstörungen sind bei allen drei Medikamenten ähnlich.

Der Nachteil bei den Medikamenten wie Viagra, Cialis oder Levitra liegt darin, dass sie bei bestimmten Vorerkrankungen, wie zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall oder auch Nierenfunktionsstörungen nicht eingenommen werden dürfen.

Wenn während der Diagnose mit den dazugehörigen Untersuchungen ein Mangel am Sexualhormon Testosteron festgestellt wurde, kann die Behandlung auch mit der Zuführung dieses Sexualhormons durchgeführt werden. Dieses Hormon ist als Wirkstoff sowohl in Gel, Pflaster oder auch Tabletten erhältlich. Nachteilig bei dieser Behandlung ist das erhöhte Risiko, dass Prostatakrebs schneller wachsen kann. Hier ist es wichtig, dass es keine Vorerkrankungen gibt. Die volle Erektionsfähigkeit kann mit dieser Behandlung allerdings nicht oder nur in wenigen Fällen wieder hergestellt werden.

Bei leichten Potenzstörungen, die organischen oder psychsichen Ursprung haben, wird sehr gern der Wirkstoff Yohimbin angewendet, der aus der Rinde des gleichnamigen Baumes gewonnen wird. Dem Wirkstoff werden aphrodisierende Kräfte nachgesagt, was aber nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Die Nebenwirkungen bei diesem Medikament sind nur in milder Form vorhanden.

Behandlung der Potenzstörung SKAT oder MUSE

Bei der SKAT-Therapie wird vor dem Geschlechtsverkehr mit einer dünnen Nadel ein Wirkstoff in den Schwellkörper injiziert, der die gleiche Wirkung wie die PDE-5-Hemmer hat. Die Blutzufuhr wird dadurch erhöht, dass mithilfe des Wirkstoffes Prostaglandin E1 oder Papaverin die glatte Muskulatur am Penis erschlafft beziehungsweise entspannt, wodurch wiederum eine Erektion möglich ist. Bei dieser Behandlungsmethode können als Nebenwirkungen zum Beispiel Blutergüsse, Penis- und Erektionsschmerzen, Infektionen des Schwellkörpers aber auch Sensibilitätsstörungen oder eine Schwellkörper-Fibrose auftreten. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Beispiel wird diese Behandlungsmethode allerdings nicht angewandt.

Mithilfe eines Applikators verabreicht sich der Betroffene bei der MUSE-Therapie vor dem Geschlechtsverkehr den Wirkstoff Prostaglandin E1. Dieser Applikator besteht aus Plastik und wird in die Harnröhre eingeführt. Die Wirkung des Präparates ist ähnlich wie dem Therapieverfahren SKAT. Schmerzen, Harnröhrenverletzungen oder auch Schwindelanfälle sind einige der Nebenwirkungen, die bei dieser Methode auftreten können.

Behandlung der Erektionsstörungen mithilfe von Vakuumpumpen und operativen Verfahren

Handelsübliche Vakuumpumpen gehören zu den mechanischen Erektionshilfen. Der Zylinder der Vakuumpumpe wird auf den Penis aufgesetzt. Durch das Pumpen wird ein Unterdruck erzeugt, wodurch bei dem stärker durchbluteten Penis eine Erektion ausgelöst wird. Ganz nebenwirkungsfrei ist dieses Verfahren bei der Behandlung von erektilen Dysfunktionen aber auch nicht. So kann es unter anderem zu einem Empfindlichkeitsverlust des Penis kommen.

Operative Verfahren kommen bei den Betroffenen zum Einsatz, bei denen andere Behandlungsmethoden entweder nicht erfolgreich waren und bei denen andere Behandlungen auf Grund von Vorerkrankungen nicht durchgeführt werden können. Zu diesen operativen Verfahren zählen die Schwellkörperimplantate. Dabei werden Implantate aus Kunststoff eingesetzt, die heutzutage aus einem hydraulischen System mit drei Komponenten bestehen.

Bei anderen chirurgischen Eingriffen werden die Arterien oder Venen behandelt. Im Falle von undurchlässigen Arterien oder bei einem erhöhten Blutdurchfluss der Venen wird die Potenzstörung operativ behandelt.

Behandlung der Erektionsstörung durch die Psychotherapie

Im Rahmen einer sexualmedizinischen Behandlung werden Potenzstörungen behandelt, wenn die erektile Dysfunktion psychisch begründet ist. Doch auch als begleitende Therapie bei organisch bedingten Potenzstörungen kann eine Psychotherapie sinnvoll sein. Hier sollten auch die Partner der Betroffenen mit einbezogen werden, da diese von der Potenzstörung ebenso betroffen sind.

Fazit

Inwieweit welche Behandlung zur Beseitigung der erektilen Dysfunktion angewandt wird, hängt von den Ursachen und den Lebensumständen oder Vorerkrankungen jedes einzelnen Betroffenen ab. Der behandelnde Arzt legt die Behandlung nach den anfänglichen Untersuchungen und der abgeschlossenen Diagnostik fest. Nicht in jedem Fall ist garantiert, dass die erste Behandlungsmethode Erfolg zeigt. In dem Fall werden zusätzliche Behandlungen oder andere Methoden nötig sein.